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In Deutschland sind Frauen im Gründungsgeschehen deutlich unterrepräsentiert. Derzeit liegt die early-stage entrepreneurial activity Quote (TEA) von Frauen mit 5,3% statistisch signifikant deutlich unter der Quote der Männer (8,4%) und damit im unteren Mittelfeld im Vergleich mit anderen Ländern mit einem hohen Einkommen.<ref>Sternberg, R., Gorynia-Pfeffer, N., Stolz, L., Schauer, J., Baharian, A., Wallisch, M. (2022): Global Entrepreneurship Monitor Unternehmensgründungen im weltweiten Vergleich, Länderbericht Deutschland 2021/22</ref> Werden nun die Gründungspersonen junger Unternehmen mit einem skalierbaren Geschäftsmodell und einem hohen Innovationsgrad genauer betrachtet, spiegelt sich das Gefälle zwischen den Geschlechtern auch hier an dem geringen Anteil weiblicher Entrepreneure von rund 20,3%<ref>Bundesverband Deutsche Startups e.V. (2022) „Deutscher Startup Monitor 2022“,Berlin,[online],https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Gr%C3%BCndungsmonitor/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor-2022.pdf</ref> wider. Im internationalen Vergleich liegt die Relation zwischen männlichen und weiblichen Entrepreneurinnen und Entrepreneuren in Deutschland damit deutlich unter dem Durchschnittswert.<ref>Sternberg, R., Gorynia-Pfeffer, N., Stolz, L., Schauer, J., Baharian, A., Wallisch, M. (2022): Global Entrepreneurship Monitor Unternehmensgründungen im weltweiten Vergleich, Länderbericht Deutschland 2021/22</ref> | |||
Mit einem Anteil von fast 90% erfolgt der Großteil der Ausgründungen durch Frauen in Deutschland mit einem akademischen Hintergrund<ref>Bundesverband Deutsche Startups e.V. (2022) „Deutscher Startup Monitor 2022“,Berlin,[online],https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Gr%C3%BCndungsmonitor/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor-2022.pdf</ref> , was den Hochschulen sowie deren gründungsunterstützende Institutionen eine exponierte Rolle in Hinblick auf die Unterstützung von Gründungen durch Frauen einnehmen lässt. Gleichzeitig ist das Gefälle zwischen den Geschlechtern auch im Hochschulbereich deutlich. So beträgt der Frauenanteil an Gründungspersönlichkeiten an den Hochschulen mit 29,7% weniger als ein Drittel.<ref>Stifterverband Gründungsradar 2022 (2023): https://www.gruendungsradar.de/themen/vielfalt-2020 </ref> | |||
[[Datei:Gründungen von Frauen.png|zentriert|Gründungen von Frauen]] | |||
Trotz vorhandener wissenschaftlicher Beiträge, unterstützender Programme und gesetzlicher Regelungen zur Gleichstellung der Geschlechter besteht also weiterhin ein Gender Gap im Bereich Entrepreneurship. | |||
Der geringe Anteil von Frauen am Gründungsgeschehen kann durch verschiedene Faktoren erklärt werden, darunter geringere finanzielle Unterstützung, höhere Risikoaversität, strukturelle Nachteile bei der Netzwerkgestaltung und eine geringere Vertretung von Frauen in gründungsrelevanten Studienfächern.<ref>Kremel, A. und Yazdanfar D. (2015), »Business Advisory Services and Risk Among Start-ups and Young Companies: A Gender Perspective«, International Journal of Gender and Entrepreneurship 7(2), 168–190</ref> Weiterhin wird davon ausgegangen, dass die Covid-19-Pandemie die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern weiter verstärkt hat.<ref>Ifo Institut: Frauen als Gründerinnen: Die Covid-Pandemie vergrößert den bestehenden Gender Gap (2022): file:///C:/Users/Jennifer%20Wohlert/Downloads/sd-2022-10-herold-krolage-etal-gruenderinnen-gender-gap-1.pdf ; abgerufen am 18.04.2023.</ref> So haben Pandemie-bedingte Veränderungen der Rahmenbedingungen, wie z.B. die Kinderbetreuungssituation, ebenfalls Auswirkungen auf die Anzahl der Gründungen durch Frauen.<ref>Stifterverband Gründungsradar 2022 (2023): https://www.gruendungsradar.de/themen/vielfalt-2020 </ref> |
In Deutschland sind Frauen im Gründungsgeschehen deutlich unterrepräsentiert. Derzeit liegt die early-stage entrepreneurial activity Quote (TEA) von Frauen mit 5,3% statistisch signifikant deutlich unter der Quote der Männer (8,4%) und damit im unteren Mittelfeld im Vergleich mit anderen Ländern mit einem hohen Einkommen.[1] Werden nun die Gründungspersonen junger Unternehmen mit einem skalierbaren Geschäftsmodell und einem hohen Innovationsgrad genauer betrachtet, spiegelt sich das Gefälle zwischen den Geschlechtern auch hier an dem geringen Anteil weiblicher Entrepreneure von rund 20,3%[2] wider. Im internationalen Vergleich liegt die Relation zwischen männlichen und weiblichen Entrepreneurinnen und Entrepreneuren in Deutschland damit deutlich unter dem Durchschnittswert.[3] Mit einem Anteil von fast 90% erfolgt der Großteil der Ausgründungen durch Frauen in Deutschland mit einem akademischen Hintergrund[4] , was den Hochschulen sowie deren gründungsunterstützende Institutionen eine exponierte Rolle in Hinblick auf die Unterstützung von Gründungen durch Frauen einnehmen lässt. Gleichzeitig ist das Gefälle zwischen den Geschlechtern auch im Hochschulbereich deutlich. So beträgt der Frauenanteil an Gründungspersönlichkeiten an den Hochschulen mit 29,7% weniger als ein Drittel.[5]
Trotz vorhandener wissenschaftlicher Beiträge, unterstützender Programme und gesetzlicher Regelungen zur Gleichstellung der Geschlechter besteht also weiterhin ein Gender Gap im Bereich Entrepreneurship. Der geringe Anteil von Frauen am Gründungsgeschehen kann durch verschiedene Faktoren erklärt werden, darunter geringere finanzielle Unterstützung, höhere Risikoaversität, strukturelle Nachteile bei der Netzwerkgestaltung und eine geringere Vertretung von Frauen in gründungsrelevanten Studienfächern.[6] Weiterhin wird davon ausgegangen, dass die Covid-19-Pandemie die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern weiter verstärkt hat.[7] So haben Pandemie-bedingte Veränderungen der Rahmenbedingungen, wie z.B. die Kinderbetreuungssituation, ebenfalls Auswirkungen auf die Anzahl der Gründungen durch Frauen.[8]